aus Zeitmangel lasse ich mal wieder andere für mich sprechen :-) Bei Click aufs Bild gibt's ein paar youtube Videos und auch wenn die Stimmung da nur spärlich rüberkommt - es war grandios!
Tina Turner: Die Comeback-Königin
„What’s Love Got to do with it“ fasst wesentliche Erkenntnisse aus Tina Turners Leben in drei Strophen und einem halb aufbrausend, halb resignativ gefauchtem Refrain zusammen. Die Liebe, dieses „Second Hand-Gefühl“, sollte man manchmal besser meiden, weil ein Herz schnell gebrochen ist. Der Song gab einem Spielfilm den Titel, der auf Turners Autobiografie „Ich, Tina“ beruhte. Der Mann, der das Herz der Sängerin gebrochen hatte, war ihr Gatte Ike Turner, ein Soul-Genie und leider auch Drogen-Junkie. Er machte sie zum Weltstar und missbrauchte sie dabei körperlich und seelisch. Als der Film 1992 in die Kinos kam, hatte die Pop-Diva bereits ihren Abschied von der Bühne verkündet. Mit dem Soundtrack ging sie dann doch wieder auf Tournee.
Tina Turners Karriere ist, zugespitzt formuliert, ein einziges Comeback. Ihre ersten Soloplatten nach der Trennung von Ike waren kommerziell ein Desaster, erst der Manager Roger Davies, der auch den Weg für die Soloerfolge von Cher und Janet Jackson bahnte, brachte sie in die Hitparaden zurück. Der Preis dafür waren die schlimmen Achtziger-Jahre-Poparrangements, mit denen ihre Songs übergossen wurden: Kuschelrockgitarren, Smooth-Jazz-Saxofonsoli oder – wie bei „What’s Love Got to do with it“ – Synthesizer, die wie Panflöten klingen.
Hinfallen, aufstehen, wieder hinfallen, wieder aufstehen. Und weitertanzen. Tina Turners Lebensweg beweist, dass es sich lohnt, zu kämpfen. Im November wird sie 70, aber um bei dieser Comeback-Tour für volle Hallen zu sorgen, reichte es aus, ihre Silhouette zu plakatierend, die sie löwenmähnig in Stöckelschuhen tanzend zeigt. Dabei ist es fünf Jahre her, seit ihr letztes Album, eine Best-of-Compilation, herauskam. Aber Turner tingelt nicht. Ihre Show ist ein perfekt durchchoreographiertes, ziemlich bombastisches Multimedia-Spektakel, ein Update der legendären „Ike & Tina Turner Revue“. Nur eben als Ein-Frau-Musical.
Der Abend beginnt mit „Get Back“ und dem wackelnden Hintern einer Tänzerin, gigantisch aufgeblasen auf Videoleinwänden. Als sich der Vorhang öffnet, senkt sich Tina Turner, ihren Hit „Steamy Windows“ singend, auf einem stählernen Gerüst, das einer gewaltigen hydraulischen Erektion gleicht, vom Himmel herab.
Eine Säulenheilige der Sünde. Das zweigeschossige Bühnenbild erinnert an die Empfangshalle eines Grand Hotels oder den Begegnungsraum eines Luxusbordells. Auf der Galerie tanzen vier Tänzerinnen in goldenen Bikinis, darunter sind, gerahmt von der Showtreppe, zwei Backgroundsängerinnen und die siebenköpfige Band platziert. Der Abend ist von Anfang an mit Energie aufgeladen, und das Zentrum dieser Energie ist Tina Turner, die im glitzernden Paillettenkleidern und superenger Caprihose das Standmikrofon malträtiert, die Hüften kreisen lässt, nervös von einem Bühnenrand zum anderen tänzelt. Ihre Stimme röhrt, grummelt, keucht und seufzt. Sie ist stärker als der Säuselblues von „Typical Male“ oder „Private Dancer“. Und wenn die Sängerin sich bei ihren Tänzerinnen einreiht, um zu einem Gitarren- oder Percussionsolo ein paar Synchrontanzfiguren aus dem Ärmel zu schütteln, dann sieht das aus, als ob sie Unterricht erteilen würde.
Mächtig viel Adrenalin wird ausgeschüttet, das Publikum ist enthusiasmiert. Im komplett bestuhlten Innenraum der Arena hält es zweieinviertel Stunden lang niemand auf seinem Sitz. „River Deep Mountain High“, ein Höhepunkt des Konzerts, wird mit hämmernden Klavierakkorden und pumpenden Bässen vom naiven Liedchen über eine Teenager-Liebe – „It gets stronger in every way / It gets higher day by day“ – zur kathedralartig hallenden Soul-Symphonie aufgeblasen. Ein Stück Überwältigungs-Pop aus der Fertigung des Produzenten Phil Spector, der Ike und Tina Turner mit seinem „Wall of Sound“ zum Durchbruch verholfen hatte. Wie damals die Ikettes marschieren die Tänzerinnen dazu im ironischen Stechschritt über die Bühne.
Doch mehr noch als der Enthusiasmus der sechziger liegt der hedonistische Geist der achtziger Jahre über dem Konzert, das sich zur großen nostalgischen Inszenierung steigert. Dia-Projektionen zeigen Tina Turner, teilweise in Stonewashed Jeans, im Duett mit Mick Jagger, David Bowie und Eric Clapton oder begleitet von Phil Collins. Selbst die Pausenmusik stammt von U2, Michael Jackson und Peter Gabriel. „We Don’t Need Another Hero“, der von Mark Knopfler geschriebene Hit für den „Mad Max 3“–Soundtrack, wird als Trash-Klamotte reanimiert.
Tina Turner trägt noch einmal die blonde Perücke, das Stirnband und ihr Kettenhemd mit den extrabreiten Schulterpolstern aus dem Film, räudiges Verbrechergesocks umschwirrt sie und die Leinwand zeigt Autoverfolgungsjagden und die filzigen Haarfransen von Mel Gibson. „We are the children / The last generation / Living under the fear“, menetekelt die Sängerin. Derlei Science Fiction wollte damals vor der atomaren Apokalypse warnen, war aber ästhetisch schon selber ein Weltuntergang.
„Simply the Best“, ihr Vergötterrungs-Klassiker über einen Geliebten, fehlt natürlich auch nicht, und als Zugabe singt Tina Turner dann auf einem Kran, der über die Zuschauer schwenkt, den Song, der ihrer Geburtsstadt in Tennessee ein Denkmal setzt: „Nutbush City Limits“. „Tina, we love you. Dagmar and family“, steht auf einem Transparent, das ihr entgegenhalten wird. Simply the Best: In dieser Nacht stimmt das.
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 28.01.2009)
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Die Kollegen von Dodge wollen, dass wir Helden zeugen.
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Ich habe relativ lange überlegt, was ich zum Urlaub schreibe. Keine Angst, ein Buch wirds nicht und ich halte mich wie üblich kurz.
Wir sind die 211km von Ponferrada nach Santiago de Compostela in 10 Tagen gelaufen, haben dabei ein Mittelgebirge, so manchen Hügel, Flüsse, Wälder, Städte und Dörfer überquert und reichlich frische Landluft eingeatmet, sprich - wir waren ständig von Kuh- und Pferdehinterlassenschaften umgeben. Eine Erleuchtung hatte ich nicht, dafür war ich einfach zu beschäftigt. diese verdammten Berge hoch und runter zu kraxeln und mich darüber aufzuregen, wozu ich das hier eigentlich mache :-))))
Nein im Ernst - wir hatten natürlich vorher das Buch von HaPe Kerkeling gelesen und er hat ja seine Erfahrung mit Gott oder wem/was auch immer gemacht, aber das hatte ich für mich nicht erwartet. Für eine Grenzerfahrung waren wir zu kurz unterwegs und es ist sicher ein Unterschied, ob man 5 Wochen auf sich allein gestellt ist oder 10 Tage zu zweit durch die Pampa läuft und jederzeit ein Pläuschchen halten kann. Wir haben das ganze einfach getan um mal auszutesten, ob wir so eine Dauerbelastung durchhalten und ob sie viellleicht sogar gut tut.
Es war mega-anstrengend und ich habe gelernt, dass man selbst mich ruhig gestellt bekommt, wenn man mich an einem Tag 37km durch bergiges Gelände unter brütender Sonne laufen lässt :-) Dann habe ich auch keinen Bedarf mehr nach frischer Luft und Bewegung und möchte nur noch was essen und die Füße hochlegen. Man hat beim Laufen sehr viel Zeit zum Nachdenken gehabt und hinterher hat sichs angefühlt. als ob mal wieder reichlich frischer Wind durchs Hirn gepustet ist. Also kamen wir entsprechend gut erholt wieder. Lag bestimmt auch an der ein oder anderen Flasche Wein, die wir uns abends regelmäßig gegönnt haben und am Essen, dass an so einem Tagesmarsch doppelt so gut schmeckt.
Glücklicherweise haben bei all den Anstrengungen die Füße sehr gut mitgespielt. 2 kleine Blasen, die allerdings kaum merkbar waren, der rechte Hacken tat ständig weh und ist ein bisschen angeschwollen - dabei bliebs und das wars dann auch schon. Gut, über 10kg Gepäck auf dem Rücken beschweren sich die Schultern natürlich eindeutig, aber wer hört schon auf seine Schultern? :-)
Jetzt sind wir schon wieder eine gute Woche im Lande und kann immer noch resümieren - es war toll und ich kann das Pilgern nur weiterempfehlen! Also, auf auf nach Spanien!!!
Wer ein paar Bilder sehen möchte - einfach auf die Pics oben und unten klicken.
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Kurz vor meinem Urlaub habe ich mir eine kleine Hürde auferlegt. Der "Mercedes-Benz Halbmarathon und 10km Lauf" stand an und da ich in diesem Jahr die 10km noch nicht gelaufen bin, habe ich mich entschlossen, da mitzumachen. Also auf nach Reinickendorf, zu nachtschlafender Zeit.
Gesamtplatz: 112 (von 438)
Gesamtplatz Frauen: 10 (von 149)
Gesamtplatz Altersklasse W30: 3 (von 18)
Mal schauen, ob ich unter der Woche noch ein paar Bilder auftreiben kann - konnte ich. Beim Schlusspurt, und ich muss zugeben, im letzten Bild sehe ich doch ein bisschen fertig aus :-)
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